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Deutsche in Kirgisistan

Seit der Unabhängigkeit Kirgisistans dürfen die Deutschstämmigen frei nach Deutschland aussiedeln. Von den ehemals über 100.000 sind nur noch 20 % geblieben.

Die ersten Deutschen wanderten schon im 19. Jahrhundert nach Kirgisistan aus. Es waren Mennoniten, die die Industrialisierung und Verstädterung ablehnten und gemäß ihrer Religion leben wollten. Später wurden Wolgadeutsche, die Stalin deportiert hatte, in Kirgisistan angesiedelt. Die Deutschen bildeten eigene Dörfer und gewannen dank ihrer bekannten Tugenden wie Arbeitsamkeit, Ehrlichkeit und Ordnungsliebe bald den Respekt der Kirgisen.

Seit der Unabhängigkeit Kirgisistans dürfen die Deutschstämmigen frei nach Deutschland aussiedeln. Von den ehemals über 100.000 sind nur noch 20 % geblieben. Ein schmerzlicher Verlust für Kirgisistan, denn es waren gut qualifizierte und fleißige  Arbeitskräfte.

Der Alpinist und Naturforscher Gottfried Merzbacher war der erste deutsche Wissenschaftler in Kirgisistan. Zuvor hatte bereits der deutschstämmige russische Gelehrte Wilhelm Radlow 1885 Teile des Manas-Epos aufgezeichnet und ins Deutsche übertragen. Merzbacher bereiste zu Anfang des 20. Jahrhunderts den gesamten Tien- Schan. Er kartierte das Gebiet um den Khan Tengri (den er nie fand) und fotografierte in über 4000m Höhe. Nach ihm ist das Naturwunder Merzbacher- See benannt, ein Gletschersee, der sich jedes Jahr entleert und wieder neu auffüllt.

Theodor Herzen ist einer der bekanntesten Künstler Kirgisistans. Mit seinen Holzschnitt-Illustrationen des Manas-Epos errang er sich allgemeine Sympathie als jemand, dessen Einfühlungsvermögen in die kirgisische Kultur groß genug war, um deren Herzstück auf kongeniale Weise ins Bild zu setzen. Die Illustrationen sind heute Teil der Alltagskultur Kirgisistans.

 
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