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Gewalt in der Osch Region eskaliert
Monday, 14 June 2010 21:27

Viele Tote und Verletzte bringen die neusten Unruhen mit sich in der Stadt Osh im Süden von Kirgistan.

Die Gewalt zwischen den Kirgisen und den Usbeken in der Osch Region eskaliert. Bei den Zusammenstößen sind mindestens 100 Menschen ums Leben gekommen und über 1000 verletzt worden. Berichten zufolge gehen ganze Truppen bewaffneter junger Kirgisen, vermutlich angeworben, durch die Stadt und umliegende Dörfer und zünden die usbekische Häuser an und vertreiben oder sogar töten die usbekischen Familien. Die kirgisische Interimspräsidentin Rosa Otunbajewa hat über die Stadt Osh das Kriegsrecht verhängt und Russland um die militärische Hilfe gebeten. Doch Russland zögert. Die Gründe liegen vermutlich darin, dass es ein interner Konflikt ist und Russland sich nicht einmischen möchte. Für die Unruhen wird der ehemaliger Präsident Bakijew und seine Anhänger verantwortlich gemacht. Er ist seit dem Putsch im Exil in der weißrussischen Hauptstadt Minsk und bestreitet die Vorwürfe.

Usbeken machen etwa 14,5 % der kirgisischen Bevölkerung aus, davon leben etwa die Hälfte in dem Fergana-Tal, wo auch Osch und Dschalalabad liegen. Vor 20 Jahren kam es in Osch bereits schon einmal zu schweren Kämpfen zwischen den Usbeken und Kirgisen. Es starben ein paar Hundert Menschen dabei und die damals sowjetische Armee griff ein.

Viele Usbeken sind auf der Flucht und versuchen nach Usbekistan zu kommen, doch die Grenze ist bereits geschlossen. In der Stadt brennen Häuser, Geschäfte wurden geplündert. Es fehlt an allem: Strom, Gas, Wasser, Lebensmitteln, Medikamente. Humanitäre Hilfe wird von Bischkek aus organisiert.

Weitere Informationen zu den aktuellen Geschehnissen finden Sie in russischer und englischer Sprache unter http://www.ferghana.ru/

 

 
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